Wegpusten und absaugen

Laubbläser im Test: Den Herbst einfach wegblasen?

Damit Sie die lästigen Blätter schnell und bequem wegkriegen, haben wir fünf Elektro-Laubbläser getestet. eGarden verrät, wer am besten bläst und saugt.

Datum:
Laubbläser Black + Decker GW 3030

Gegen ein kräftiges Gebläse hat das Laub keine Chance.

Wenn sich im Herbst die Bäume von ihren Blättern trennen, beginnt für Gartenfreunde und Grundstücksbesitzer der Kampf gegen das Laub. Auf Wegen und Terrassen sieht es hässlich aus, und wenn es auf dem Rasen liegen bleibt, entsteht Fäulnis, die den Graswurzeln schaden kann. Mit den Gartenklassikern Rechen, Besen und Schaufel lässt sich das braune Zeug zwar geräuscharm entfernen, aber das ist mühsam und zeitaufwendig.

Geht das auch leiser?

Viel bequemer geht es mit modernen Laubbläsern. Selbst ein 50-Euro-Laubsauger vermag es, einen eingefleischten Rechen-Nutzer zu überzeugen. Damit Sie im Kampf gegen das Laub als klarer Sieger vom Rasen gehen, haben wir fünf Modelle im Labor und in der Praxis getestet.
Black+Decker GW3030 Laubbläser Test

Volle Power: Der Tester bläst das Laub von der Testfläche (Rasen), bis nichts mehr übrig bleibt.

Nun haben Laubbläser als Krawallbrüder im Garten nicht gerade den besten Ruf – vor allem Zeitgenossen, die frühmorgens mit benzinbetriebenen Geräten das Blattwerk lustvoll und lautstark durch den Garten pusten, sind als Nachbarn nicht gerade beliebt. Die lauten Stinker mit wartungsintensivem Verbennungsmotor haben zwar am meisten Power, aber weil sie fast nur in öffentlichen Parkflächen zum Einsatz kommen, sind sie in diesem Test nicht vertreten.
Bleiben also die Elektrogeräte, die in zwei Klassen erhältlich sind:
  • Geräte mit Akku: Sie sind allenfalls für große Grundstücke sinnvoll, auf denen der Weg zur nächsten Steckdose zu weit ist. Allerdings reicht ihre Kraft nur für den Einsatz als Laubbläser. Um das Blattwerk auch noch aufzusaugen, sind sie einfach zu schwach auf der Brust und deshalb ebenfalls nicht in diesem Test vertreten.
  • Geräte mit Netzkabel: Sie brauchen zwar per Verlängerungskabel oder Kabeltrommel eine Verbindung zur Steckdose, doch damit haben sie genug Power für den Einsatz als Kombigerät, das heißt: Sie können pusten, saugen sowie häckseln und so Terrassen, Wege oder Grundstücke von lästigem Unrat wie Laub oder Tannen- und Fichtennadeln befreien. Weil sie einen halbwegs erträglichen Geräuschpegel sowie keine Abgase produzieren und kaum Wartung erfordern, sind sie das perfekte Gartenwerkzeug für den Herbst – und damit die idealen Kandidaten dieses Vergleichs: Fünf aktuelle Kombigeräte zwischen 74 und 130 Euro bilden somit das Testfeld.

Galerie: Test: Elektro-Laubbläser im Vergleich

Erst pusten, dann saugen

In der Praxis sieht der herbstliche Kombi-Einsatz in der Regel so aus: Hat sich der Hobby-Gärtner das Gerät mit dem Tragegurt umgeschnallt, pustet er zuerst die Blätter vor sich her und treibt sie dann in einer Ecke zusammen. Anschließend saugt er Blätter, kleine Äste und Nadeln auf. Das Kombigerät häckselt alles klein und deponiert den ganzen Abfall in seinem Fangsack.
Bei einigen Geräten muss der Nutzer für den Wechsel zwischen Saug- und Blasfunktion nur einen Schalter umlegen, schon hat er seinen Laubbläser in einen Laubsauger verwandelt. Weil sie deshalb generell ihr Saug-Equipment an Bord haben, sind solche Modelle aber im Blasbetrieb schwerer. Die Geräte im Test erfordern dagegen einen mechanischen Umbau. Aber keine Angst, die Montage von Saugrohr und Fangsack klappte bei fast allen Kandidaten schnell und generell ohne Werkzeug. Nur beim Stihl war der Umbau etwas fummelig. Danach waren die Geräte etwas schwerer.

Mit 300 Sachen gegen Laub

Die Säuberung des Testparcours klappte im Praxistest mit fast allen Testkandidaten ohne große körperliche Anstrengung, doch zeigten sich dabei auch Unterschiede bei Leistungsfähigkeit, Reinigungsergebnis und Handhabung.
Gardena ErgoJet 3000 Geschwindigkeitstest

Die Blasgeschwindigkeit maßen die Experten im Labor mit einem präzisen Mess-Sensor.

Wenn’s um die Leistung geht, protzen die Hersteller gern mit hohen Werten – einige Hersteller versprechen 2.000 Watt, andere setzen mit 3.000 Watt noch einen drauf. Doch wie der Praxistest zeigt, entscheidet nicht die Motorleistung über das Ergebnis. Viel wichtiger sind eine durchdachte Konstruktion und präzise Fertigung – etwa der Turbinenschaufel, die bestimmt die Geschwindigkeit, mit der sich Luft beim Blasen beziehungsweise Saugen durchs Rohr bewegt.
Und da bringen hohe Werte tatsächlich mehr: Einfachere Geräte erreichen ein Blastempo von rund 200 Stundenkilometern, die besseren schaffen über 300 km/h. Im Test erreichten alle Geräte ein hohes Tempo und damit gute – oder wie das Kombi-Gerät von Gardena – sehr gute Werte. Sowohl bei trockenem als auch bei feuchtem Laubgemisch blieben nur ein paar dickere Stöckchen liegen.
Neben der Blas- ist auch die Saugleistung relevant. Sie gibt an, mit welcher Geschwindigkeit das Gerät Luft ansaugen kann. Je höher das Tempo, desto schneller wird das Laub eingesaugt. Die Modelle von Black & Decker und Gardena saugten das trockene Laub gut auf und ließen nur dickeres Gehölz liegen. Mit etwas weniger Saugkraft gingen die Kombis von Bosch, Stihl und Makita zu Werke.
Der Makita zählte trotz schwacher Motor- und Saugleistung dennoch zu den lautesten. Ein Gehörschutz empfiehlt sich jedoch generell.

Der Herbst im Häcksler

Alles, was die Geräte ansaugen, häckseln sie auch klein. Das Volumen der eingesaugten Blätter komprimiert die Häckselturbine auf etwa ein Zehntel, einige Modelle komprimieren sogar bis zu 16:1. So passt viel Abfall in die Fangsäcke, deren Volumen je nach Modell zwischen 35 und 50 Litern beträgt.
Gardena ErgoJet 3000 Laubbläser

Beim Häckseln reduziert das Gerät das Volumen der gerade eingesaugten Blätter auf etwa ein Zehntel. So passt viel Laub in den Fangsack, der je nach Gerät 35 bis 50 Liter fasst.

Bei den Modellen von Stihl und Bosch ist das Häckselrad nicht aus Metall, sondern nur aus Kunststoff gefertigt. Das reicht zwar für Laub, doch wenn das Gerät mit den Blättern auch kleine Steine oder andere Gegenstände einsaugt, kann es zu Beschädigungen am Häckselrad kommen.

Vom Winde verweht

Beim Kauf sollten Sie aber auch auf die Ausstattung achten. Wichtig ist eine Drehzahlregulierung, am besten stufenlos. Denn vor allem für trockenes Laub ist die maximale Geschwindigkeit häufig zu hoch, die Blätter werden zu weit weg geweht. Zudem kann ein Laubbläser mit Orkanstärke auch Pflanzen in benachbarten Beeten beschädigen oder Kieswege blank pusten. Bei nassem Laub hingegen ist ein kräftiger Luftstrom sinnvoll.
Einen stufenlosen Regler hatte im Test allerdings nur der Black & Decker. Weil sich dieser Kraftprotz gern mal am Boden festsaugte, war der Regler besonders willkommen. Beim Stihl ist die Leistung gar nicht regelbar, die anderen Modelle haben zumindest je zwei schaltbare Leistungsstufen.
Auch in ihrem Bedienkomfort unterscheiden sich die Geräte zum Teil deutlich. Leider lässt sich bei keinem Testkandidaten die Rohrlänge verändern. Der Stihl zum Beispiel ist beim Saugen nur 95 Zentimeter kurz, größere Menschen müssen da gebückt arbeiten – anstrengend.
Der Laubbläser von Bosch hat zumindest einen verstellbaren vorderen Griff. Andererseits verzichtet Bosch auf einen Tragegurt, der Gartenarbeiter trägt also die ganze Zeit das volle Gewicht mit beiden Händen. Auf Dauer komfortabler ist dagegen der Gardena mit seinem Schultergurt. Die anderen Geräte haben zumindest einen Tragegurt für den Fangsack. Als sehr praktisch erwies sich beim Gardena auch eine Kante am Saugaufsatz. Damit ließ sich feuchtes, festgetretenes Laub lösen.

Laubbläser

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