Heizen mit Holz

Kaminholz richtig lagern: Sauber brennen und sparen

Die Temperaturen fallen, im Gegensatz zu den Heizkosten. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen mit Holz heizen. Wir verraten Ihnen worauf es bei der Lagerung ankommt.

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Kaminfeuer

Ein warmes Kaminfeuer erwärmt die Wohnung und das Herz.

Mein Nachbar schimpfte und fluchte. „Schon wieder sind die Heizkosten gestiegen!“, rief er aus. „Das darf ja wohl nicht wahr sein. Wer soll denn die Gaspreise noch bezahlen?“ Er hatte genug von seiner Gasetagenheizung und den steigenden Preisen. Er kaufte einen Kamin und ließ frisches Buchenholz aus dem Wald anliefern. Ein Holzspalter und drei Holzaufbewahrungsstände wurden angeschafft und in den Hof gestellt. Drei Tage hörte ich ihn das angelieferte Holz erst mit einer Axt und dann mit dem Spalter zerkleinern. „Ab nächstem Jahr wird gespart!“, rief er aus. Und das tat er tatsächlich. Er aktivierte die Gasheizung nur bei den tiefsten Temperaturen und hielt seine 60 qm Wohnung im Herbst und Frühling einzig mit dem Ofen in der Stube warm. Zufrieden lächelnd empfing er seine nächste Gasabrechnung.

Das richtige Brennholz

Zur Auswahl stehen mehrere Holzarten mit unterschiedliche Eigenschaften:
  • Buchenholz ist das meist gewählte Brennholz für den Kaminofen. Das Holz hat ein schönes Flammenbild, eine gute Glutentwicklung, einen hohen Heizwert und fast keinen Flammenflug.
  • Eichenholz zeichnet sich durch eine lange Brenndauer aus und ist für Speicheröfen und Kachelöfen das perfekte Brennholz.
  • Eschenholz hat ein unter allen Holzsorten herausragendes Flammenbild. Es ist bei Kaminöfen mit Sichtfenster ein Augenschmaus.
  • Birkenholz brennt bläulich schimmernd herunter, verbreitet einen angenehmen Geruch und ist durch den geringen Funkenflug eine gute Wahl für offene Kamine.
  • Kiefer- und Fichtenholz ist ein hervorragendes Anzündholz. Allerdings sorgen öl- bzw. harzhaltige Hölzer (insbesondere Nadelhölzer) dafür, dass der Kamin schnell verdreckt. Zum Heizen sind diese Hölzer also nur bedingt geeignet.
  • Pappel- und Weidenholz brennt nur kurz und eignet sich für den Sommerabend voller Romantik.
Holzstapel

Das Holz lässt sich in Keilform am besten stapeln.

Die richtige Lagerung

Frisch geschlagenes Holz sollten Sie schnellstmöglich verarbeiten und einlagern. Schneiden Sie die Holzscheite zwischen sieben und zehn Zentimeter dick und 35 bis 50 Zentimeter lang. Beachten Sie dabei Ihre Kamingröße. Je kleiner die Holzscheite sind, umso schneller trocknen sie. Eine keilförmige Form ist leichter zu stapeln. Schichten Sie das Kaminholz auf Paletten unter einem Vordach mit fünf bis zehn Zentimetern Abstand zur Hauswand. Wenn Sie kein Vordach besitzen, können Sie einen geeigneten Kaminholzunterstand bei Amazon schon ab 99 Euro kaufen.
Die Holzsorte bestimmt die Lagerzeit. Fichten müssen mindestens ein Jahr trocknen. Birke, Linde und Erle benötigen anderthalb Jahre Liegezeit und Eiche, Buche und Obstbäume liegen zwei Jahre, bevor sie verbrennbar sind. Sie müssen ihren Heizvorrat im Voraus planen und kontinuierlich anlegen.

Die richtige Holzfeuchte

Nasses Holz verursacht schädliche und geruchsintensive Emissionen. Der Heizwert sinkt und der Schornstein verteert. Durch das Verbrennen von nassem Holz, besteht die extreme Gefahr eines Rußbrandes. Die optimale Holzfeuchte liegt bei zehn bis zwanzig Prozent. Mit einem Feuchtigkeitsmessgerät lässt sich die Restfeuchte genau bestimmen. Zwei Elektroden werden in das Holz gedrückt und messen die Leitfähigkeit. Um ein genaues Messergebnis zu erhalten, spalten Sie das Holz vor der Messung in der Mitte.

Der Spüli-Trick

Mit einem einfachen Test können Sie schnell herausfinden, ob Ihr Holz für das Verbrennen bereit ist. Nehmen Sie einen Holzscheit senkrecht in die Hand. Begießen Sie ihn mit ein wenig Spülmittel und pusten Sie vom anderen Ende hindurch. Wenn das Spülmittel Blasen schlägt, ist das Holz für den Einsatz im Kamin oder Ofen bereit.

Bereits getrocknetes Holz

Im Internet können Sie industriell getrocknetes Holz erwerben. Diese Art Holz ist häufig übertrocknet. Schichten Sie es für einige Zeit unter einer Plane im Freien auf. Das Holz nimmt die Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und bekommt die benötigte Restfeuchtigkeit für die Verbrennung im Ofen.
Mein Nachbar schimpft heute nicht mehr über seine Gasrechnung, aber ich hörte ihn vor kurzem beim Holzhacken leise fluchen. Seine Frau schmunzelte mir zu: „Die körperliche Arbeit tut ihm durchaus mal gut.“ Vielleicht wäre meinem Nachbarn am Ende ein Wandkamin mit Ethanol Befeuerung lieber gewesen.

Holzspalter

Cornelia Diedrichs

von

Meine Seele gehört der Natur, mein Herz gehört dem Schreiben.

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