Lavendel-Ratgeber: Ein Hauch von Provence im eigenen Garten

Lavendel zurückschneiden und pflegen: So geht´s!

Pflanzen, Gießen, Düngen, Zurückschneiden: Alles rund um die Heilpflanze aus der Provence. Mit diesen Tipps blüht Ihr Lavendel über Jahre in voller Pracht!

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Lavendel richtig beschneiden

Die Pflege des Lavendels sorgt für eine hohe Qualität.

Lavendel ist Zier- und Heilpflanze zugleich. Doch diese Qualitäten verlangen nach angemessener Pflege. Im Folgenden erfahren Sie, wie, wann und warum Sie Ihren Lavendel zurückschneiden sollten und auf welche weiteren Faktoren es ankommt.

Die Ein-Drittel-Zwei-Drittel-Methode als bewährtes Mittel

Lavendel zählt zu den Halbsträuchern und verholzt deswegen nur von unten. Doch auch diesem Prozess sollten Sie entgegenwirken. Denn ab einem bestimmten Grad der Verholzung sterben die Zellen ab, sodass die Pflanze keine neuen Triebe ausbildet, ihre kompakte Form verliert und schließlich auseinanderfällt. Der jährliche Zuschnitt ist also Pflicht für alle Lavendel-Liebhaber. Am besten gelingt das mit der „Ein-Drittel-Zwei-Drittel-Methode“.
Diese erfolgt in zwei Schritten:
  • Im Herbst nach der ersten Blüte schneiden Sie alle Triebe um etwa ein Drittel zurück. Dabei sollte Ihr Augenmerk auf den verwelkten Blütenständen liegen, während die beblätterten Stellen erhalten bleiben.
  • Im folgenden Frühjahr schneiden Sie weitere zwei Drittel zurecht, damit der Lavendel seine typisch kompakte Form beibehält und gut verzweigen kann. Einige beblätterte Triebe aus dem Vorjahr sollten diesen Zuschnitt jedoch überleben, da sie den kommenden Austrieb beschleunigen.
Außerdem zu beachten:
  • Entfernen Sie stark verholzte Äste vollständig, da diese selbst nach dem Rückschnitt nicht mehr austreiben.
  • Wiederholen Sie die diese Schritte jedes Jahr im Herbst und Frühling, um die volle Lebensdauer Ihres Lavendels abzuschöpfen.

Vor dem Zurückschneiden die richtigen Voraussetzungen schaffen

Die in Europa bekannteste Lavendelart Lavandula angustifolia (auch als Echter Lavendel bekannt) ist winterhart und mehrjährig. Regelmäßige Rückschnitte sind die Basis für ein Lavendelmeer, das Ihren Garten für viele Jahre mit seinem charakteristischen Violett bereichert. Aus gutem Grund gehört Lavendel zu den Lieblingspflanzen und unzähliger Gärtner in ganz Europa.
Doch damit sich der Rückschnitt wirklich lohnt, sollten Sie bereits beim Pflanzen und später bei der Pflege auf die Vorlieben der Pflanze achten. Lavendel stammt aus dem Mittelmeerraum und liebt Trockenheit, Wärme und Sonnenschein. Folglich kommt die Pflanze gut mit trockenen Böden zurecht, reagiert dafür aber sehr empfindlich auf Staunässe.

Weniger ist mehr – Den Lavendel mit Bedacht gießen

Dementsprechend vorsichtig sollten Sie beim Gießen vorgehen:
  • Gießen Sie grundsätzlich nur morgens, damit die Blätter tagsüber in der Sonne trocknen können.
  • Erkundigen Sie sich beim Wetterfrosch: Sieht es nach Regen aus, sorgt die Natur selbst für ausreichend Wasser. An extrem heißen Sommertagen dagegen dürfen Sie gerne etwas mehr gießen.
  • Grundsätzlich benötigt Lavendel erst dann Wasser, wenn der Boden trocken ist.
  • Im Zweifelsfall gilt: Lieber zu wenig als zu viel gießen – als Spezialist für Trockenheit beklagt sich Lavendel nicht allzu schnell über Wassermangel.

Standort und Untergrund – Hier fühlt Lavendel sich wohl

Ob in der Erde, in sandigem oder steinigem Grund, ist Lavendel relativ flexibel bei der Wahl des Bodens – so lange dieser die richtigen Eigenschaften erfüllt:
  • Die Erde sollte kalkhaltig sein und wenig Nährstoffe enthalten, wie es zum Beispiel bei Kräutererde der Fall ist.
  • Steinige Böden kommen dem Trockenheitsbedürfnis des Lavendels entgegen, da sie einen effektiven Wasserablauf ermöglichen. Staunässe, Schimmel und Pilzbefall sind damit ausgeschlossen.
  • Entfernen Sie jegliches Unkraut vor der Aussaat oder dem Pflanzen.
  • Falls Sie ein Bodenmessgerät besitzen: Alkalische Böden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 8,3 sind der ideale Nährboden für Lavendel.
Beim Standort sollten Sie nicht nur an die warmen Monate, sondern auch an die Überwinterung denken. Sonnige, windgeschützte Standorte in der Nähe von Hauswänden erleichtern dem Lavendel den Winterschlaf ungemein, da er dort möglichst viel Wärme empfängt. Grundsätzlich gilt: Wegen der empfindlichen Seele des Lavendels sollten dessen Bedürfnisse über anderen Aspekten wie dem Arrangement der Beete stehen.

Lavendel und die Kunst des Düngens

Auch beim Düngen ist Vorsicht geboten. Da Lavendel mageren Boden bevorzugt und kaum Nährstoffe im Rasen benötigt, reicht einmal Düngen pro Jahr völlig aus. Nämlich dann, wenn die Blüte nachzulassen beginnt. Als Mittel der Wahl haben sich Dung, Kalidünger und Kompost etabliert; alternativ können Sie ein- bis zweimal jährlich Gartenkalk verwenden. Spezialtipps wie Kaffeesatz als Dünger sind bei der Lavendel-Pflege nicht empfehlenswert.

Bodenmessgerät